Freitag, 28. Mai 2010

Ärzte verdienen zu wenig - hach, hach...

Die Gewinne für niedergelassene Ärzte sind laut der Frankfurter Rundschau um 30 Prozent gestiegen. Die Neiddebatte will ich hier gar nicht bemühen. Natürlich haben auch Ärzte ein Anrecht darauf, dass ihnen die Inflationsrate ausgeglichen wird - keine Frage. Im Grunde ist auch nichts dagegen einzuwenden dass der Marburger Bund einem schon wieder mit seinem Herumgetriller auf die Nerven geht.

Ich versuche wirklich Verständnis zu haben, auch wenn das für mich sehr anstregend ist. Natürlich haben die Leute lange studiert und viel gelernt, auch wenn für den Patienten oft nichts dabei rüberkommt. Wann immer ich Hilfe von einem Arzt brauchte, konnte mir keiner helfen. Nein- obwohl das ist ungerecht - am meisten geholfen hat mir eine praktische Ärztin, die noch nicht einmal eine Facharzt hat. Nach der ersten Notfall-Lösung kommentierte sie allerdings meine häufigen Besuche dann auch nur noch mit einem mitleidigen "Hach, hach!" Mitleid ist ja ganz schön, nur davon hatte ich leider auch nichts. Es ging nun weiß Gott nicht darum "herumzujammern", wie es ja immer so schön heißt, vielmehr stand mein Studium auf dem Spiel. Ich konnte einfach so nicht mehr weitermachen. Und mit "Hach, hach!" bekommt man nun einmal keine Schmerzen weg.


Nach einem längeren Leidensweg bei mehreren Ärzten, die versucht haben, mit mir ihre Arznei-Mittelstudien durchzuführen - hach, hach... stellte ein Arbeitskollege von mir dann irgendwann mal die richtige Diagnose, und anschließend habe ich mich selbst kuriert. Leider dauerte das etwas, eine Amalgamvergiftung geht nicht von heut auf morgen weg....Zudem hat es mich meinem Studienabschluss gekostet, obwohl ich mit dem Studium eigentlich fertig war. Deshalb bin ich jetzt ohne Abschluss. ...hach, hach...

Naja, ich will ja nicht ungerecht sein. Jammern will ich auch nicht, ich bin ja kein Arzt. Da jammern sie rum, was sie Hartz IV Empfängern alles auf das Attest schreiben müssen, damit diese noch ihr bisschen Geld von der ARGE bekommen. Da wird schon auch mal mit dem Case-Manager über den gesundheitlichen Zustand des seiner Bürgerrechte Beraubten gesprochen. Verstößt natürlich alles gegen die Schweigepflicht - nur verstehe ich nicht, warum die Ärzte sich sowas gefallen lassen. Für die Grundrechte von weniger priviligierten Mitbürgern, die keine Arbeit haben und zudem auch noch krank sind, gibt's keine Trilleraktion...hach, hach...Von der aus Hartz IV resultierenden Mangelernährung vor allem bei Kindern haben die bestimmt gar nichts mitbekommen. Wieso sollte dem Arzt auch am Wohlergehen seiner Patienten gelegen sein - da verdient er doch nichts... hach, hach...

Ich glaube vor ein paar Jahren war es noch besser. Eine ältere demenzkranke Dame die ich vor einigen Jahren im Krankenhaus besuchen wollte, habe ich zwar erst einmal gar nicht gefunden - kein Mensch wusste wo sie war. Gott sei Dank hat ein Pfleger sie doch noch in irgendeiner Abstellkammer aufgetrieben, in die man sie einfach hineingeschoben hatte (man rechnete wohl nicht mit Besuch...) Zumindest kam sie aber lebend wieder aus dieser Anstalt...hach, hach...

Nein, nein, ich will nicht ungerecht sein. Vielleicht sind das Einzelfälle. Ich höre zwar sonst auch nur Horrorgeschichten, von falsch eingesetzten Hüften, entfernten Organen, und rätselhaften Todesfällen. Die letzten drei Fälle, von denen ich weiß, haben ihre Krankenhaus-Behandlung nicht überlebt. Eine Bekannte von mir lag vor ihrem Tod ungefähr zwei Wochen im Krankenhaus, während der ganzen Zeit wurde ihr nicht einmal der Verband gewechselt. Nachts konnte sie vor Schmerzen nicht schlafen... hach, hach...


Ärzte verdienen zu wenig...hach, hach...

Donnerstag, 27. Mai 2010

Internationaler Finanzterrorismus und das IWF-Monster

Der IWF, einst geschaffen, um die Währungen der Länder der Ersten Welt zu stabilisieren, ist heute ein Instrument, um feudale Strukturen aufrecht zu erhalten.

Das Muster lautet wie folgt: Zunächst muss die Wirtschaft eines Landes zerstört werden, dann übernimmt der IWF das Ruder, und macht die Bahn frei für westliche Investoren und sonstige Rendite-Jäger, manchmal mit der Folge, dass die Kinder eines Landes verhungern, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen.

"Müssen wir weiter unsere Kinder verhungern lassen, nur damit wir unsere Schulden zurückzahlen können?" sagte einst der Präsident von Tansania, Julius Nyerere.

Abhängigkeit von internationalem Kapital

Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass ein Land von den Krediten des IWF abhängig wird?

Zum Teil muss man bis in die Kolonialzeit zurückgehen, um Antworten zu finden. Die gewachsenen Strukturen der Kolonialländer wurden zerstört und Monokulturen installiert, mit denen die Nachfrage der westlichen Welt nach exotischen Gütern befriedigt wurde. Das hat sie extrem abhängig von Importen aus den westlichen Ländern gemacht. Die heimische Produktion an Nahrungsmitteln wurde reduziert und statt dessen beispielsweise Kaffee oder Fleisch für den Export produziert, daher mussten zudem auch noch Nahrungsmittel importiert werden, die das Land eigentlich selbst hätte erzeugen können. Mit dem Öl-Preis-Schock der 7oer Jahre verteuerte sich der in Dollar gehandelte Rohstoff Öl, so dass die exportierenden Länder unverhältnismäßig viel mehr exportieren mussten, um die Devisen für den Einkauf von Öl aufzubringen.

Sie hielten mit ihren Dollar-Aufkäufen auch die amerikanische Währung stabil, die andernfalls wegen einer Inflation schon längst zusammengebrochen wäre, denn schon seit Jahrzehnten finanzieren die USA ihre Kriege auf internationalem Terrain, indem sie die Notenpresse Tag und Nacht arbeiten lassen. So finanzierten also die Länder der Dritten Welt die amerikanische Kriegsindustrie und den militärisch industriellen Komplex, und mussten dann doch wegen der explodierenden "Schulden" irgendwann einmal den IWF ins Land lassen. Die Rezepte des IWF zur "Stabilisierung" der Haushalte haben sich seit Jahrzehnten nicht geändert: Haushaltskürzungen, Abbau von Sozialleistungen, Privatisierung.


Folgen des IWF-Programms


Die "freiwerdenden" Arbeitsplätze aus dem öffentlichen Sektor, der aus den Kürzungen der Sozialleistungen resultierende Druck auf die Löhne, und die daraus folgende nachlassende Binnennachfrage bewirken eine verstärkte Abhängigkeit vom Export. Da meist mehrere Länder auf dem Weltmarkt unter diesen Bedingungen mit ihren Produkten auf dem Weltmarkt miteinander konkurrieren, verfallen die Preise und so sinken die Einnahmen aus den Exporten, obwohl sich die Menge der exportierten Güter vervielfacht, während sich Importe aufgrund der vom IWF ebenfalls geforderten Abwertung der Währung verteuern. Gleichzeitig müssen noch die Zahlungen für die "Bedienung" der Schulden aufgebracht werden. Die Länder zappeln in der erbarmungslosen Schuldenfalle, und während diese in der westlichen Welt als "bedürftig" gehandelt werden, landet ein Großteil der "Entwicklungshilfe" wieder auf den Gläubiger-Konten. Derweil fordert man die Bürger der westlichen Welt mittels Plakaten auch noch zu Spenden auf.


Die Ostasien-Krise


Die Ostasien-Krise beispielsweise wurde hervorgerufen, weil man diesen Ländern die Öffnung ihrer Märkte für internationales Kapital aufgedrängt hatte. Dieses Kapital floss erst in die Wirtschaft, sorgte für überhitztes Wachstum, und wurde dann plötzlich wieder abgezogen. Zusätzlich spekulierten Hedge-, oder andere Fonds auf die Währung, was wie folgt funktioniert: Durch Aufnahme von Krediten in der heimischen Währung wird zunächst die Geldmenge erhöht, ohne dass dem ein Mehr von Waren oder Dienstleistungen gegenüberstehen würde. Das Geld wird nicht in die Produktion investiert, sondern in Dollars umgetauscht, so geschehen in Thailand. Durch den Abbau seiner eigenen Dollarreserven versuchte nun Thailand die überschüssigen Baht aufzukaufen, um seine Währung zu stabilisieren und brauchte so seine Dollarreserven auf. Als diese erschöpft waren, musste der Baht massiv abgewertet werden und die Wirtschaft brach zusammen . Die Spekulanten konnten ihre Dollar dann ganz billig wieder in Baht zurücktauschen, ihre Kredite bezahlen und einen hübschen Dollargewinn machen. Der IWF übernahm das Ruder und westliche Firmen rissen sich dann die Anlagen der heimischen Industrie billig unter den Nagel, und konnten mit "Hilfe" des IWF Programms die Einwohner des Landes billig für sich arbeiten lassen.


Der IWF in Europa


Manche Länder der 3. Welt haben es mittlerweile sogar irgendwie geschafft, der IWF -Falle zu entkommen - nicht überliefert ist die Anzahl an Menschenleben, die das wohl gekostet haben mag. Einige Jahre war es ruhig um den IWF geworden, in der 3. Welt mochte man diesen tödlichen Köder nicht mehr schlucken. Das mag wohl der Grund dafür sein, dass das Monster sich neue Jagdgründe gesucht hat, und nun in Europa wütet.

Beispiel Island:

Birgitta Jonsdottier schildert wie es zum wirtschaftlichen Zusammenbruch kam, und der IWF in das Land gelassen werden musste:

Die Privatisierung des Bankensektors hatte für ein unverhältnismäßiges Anwachsen der Geldmenge gesorgt. Bei Zusammenbruch der Wirtschaft hatte die Geldmenge das 12fache des BSP erreicht. Während des zuvor stattfindenden Booms hatte sich die Regierung zudem bei internationalen Firmen wie Bechtel und Alcoa verschuldet. Die "Icesave" Bank, eine Internet-Bank, die mit aggressiven Zinssätzen um ihre Kunden geworben hatte, und die ebenfalls zusammengebrochen war, löste ihre Probleme, indem sie ihren britischen Kunden das Minimum von 20.000 Euro bezahlte, und der isländischen Bevölkerung die Rechnung dafür schickte. Es kam also einiges zusammen...


Das gesamte Land wurde als Terroristengruppe eingestuft, auf die der sogenannte "Terrorist Act" angewendet wurde. Die Devisenströme zwischen Island und der internationalen Welt kamen zum Erliegen, die Konten der Isländer wurden eingefroren. So weich geklopft musste sich das Land auf IWF-Kredite und deren scharfen Sanktionen einlassen - Island mit seinem rauhen Klima ist in hohem Maße auf Nahrungsmittelimporte aus dem Ausland angewiesen, es drohte eine Nahrungsmittelknappheit. Auch die anderen nordischen Länder waren nur gewillt, Island mit Krediten auszuhelfen, wenn es sich unter den "Rettungsplan" des IWF stellte - und der machte sein Hilfspaket wiederum darum abhängig, dass die Isländer die Bürgschaft für die Icesave übernahmen, die eine Pro-Kopf-Verschuldung von 20.000 Euro pro Isländer bedeutete. Die Schlinge um den Hals der Isländer war über Jahre geknüpft worden, und doch hatten sie davon nichts mitbekommen - denn mit der Privatisierung der Banken waren auch Gesetze, die das Treiben der Banken hätten überwachen sollen, abgeschafft worden - und gleichzeitig waren auch die Medien in den Besitz der Banken gekommen, mit allen Folgen für eine kritische Berichtertstattung.

"Das kann in jedem Land passieren!" warnt Birgitta Jonsdottier - mit Sicherheit zu Recht.

Auch in Rumänien kam anscheinend der IWF zum Zuge, und - wie wir jetzt alle mitbekommen haben, soll er jetzt auch in Griechenland in Aktion treten. Das wiederum wird Folgen für uns haben: Das IWF-Programm wird dafür sorgen, dass die Griechen ihre Schulden auf die Dauer nicht werden bedienen könnten. Herr Ackermann und die, wie wir am Beispiel der amerikanischen Immobilien-Krise gesehen haben, völlig inkompetenten Rating-Agenturen haben dafür gesorgt, dass die Zinsraten hoch genug sind, um Griechenland auf jeden Fall in den Bankrott zu treiben. Dass das Geld dann nicht einmal an die arbeitende Bevölkerung, sondern an die Renditejäger geht, ist da nur noch schmückendes Beiwerk. Für diesen Fall wurde der europäische "Rettungsschirm" gespannt - und auch der soll nicht Griechenland retten, sondern den Aktionären ihre Renditen garantieren. Natürlich ist das für uns wieder mit wachsenden Schulden verbunden, dass man - wir kennen das Programm sogar ohne IWF - "lösen" wollen wird, indem man Sozialleistungen abbaut, so die Binnennachfrage vernachlässigt und sich auf den Export konzentriert. Wenn die Deutschen nicht bald aufwachen und diesen Wahnsinn stoppen, werden sie froh sein, wenn man überhaupt noch irgendwann Verwendung für sie haben wird im Arbeitslager Deutschland. Wer kein Geld hat, wird eben umsonst arbeiten müssen, und sich noch das neue Motto der Faschisten: "Leistung muss sich wieder lohnen" anhören dürfen...


Dienstag, 25. Mai 2010

Musikvideos: Entmenschlichung und Gewalt gegen Frauen

Nicht erst seit Beth Ditto, die in ihrem Musikvideo, mal in güldene Pharaonenkleidung, mal in okkulte Kapuzen gehüllt, dazu auffordert, zu tun, was schon vorher getan wurde, wissen wir, dass die Welt grausam ist - und die Musikindustrie tut alles dafür, um uns die Grausamkeit, vor allen Dingen Frauen gegenüber, schmackhaft zu machen, indem sie uns Vergewaltigung, Sadismus und Entmenschlichung in ästhetische und doch erschreckende Bilder verpackt.

Schon vor einigen Monaten hatte ich massiven Anstoß an Svetlana Lobodas Video genommen, in dem Frauen so massiv misshandelt werden, dass Blut in Form flüssiger Schokolade in Strömen fliesst.

Dabei ist das gar nichts Neues, gibt es doch von Madonna ein Video von 1995, also von vor über 15 Jahren, indem man, genauer männer, zur Gruppenvergewaltigung aufgefordert werden, weil frau das der Botschaft des Videos zufolge ganz toll findet, und zum Schluss wird ihm dann noch in dem Mund gelegt: "Es tut mir nicht leid!"

Der Titel des Songs lautet "Human Nature" was meines Erachtens eine Beleidigung der menschlichen Natur ist. Nicht menschlich, ist das, was uns hier gezeigt wird, sondern unmenschlich, oder entmenschlicht, da kein Mensch ohne äußere Einwirkung so ein Menschenbild entwickeln würde. Einem solchen Verhalten liegt meines Erachtens sogar eine tiefe Entfremdung der eigenen Natur gegenüber -eine ganz, ganz tiefe sogar...



Vor diesem Hintergrund gesehen, ist doch Madonnas "Geheimnis", nämlich dass sich bald die Prophezeiung der Bibel erfüllt, das Ende der Welt bevor steht, und Frauen fortan nur noch als zu folternde Lustobjekte dienen sollen, die in Käfigen gehalten werden, schon lange nicht mehr geheim - arbeitet sie doch schon seit fast zwei Jahrzehnten an diesem "neuen Frauenbild"...


Vielleicht schweife ich ein wenig vom Thema ab, aber ich frage mich einfach, was das für "Erfahrungen" sind, von denen Madonna in ihrem seltsamen Gedicht, vorgetragen vor seltsamen Menschen, deren Gelächter merkwürdig und ohne Freude ist, schwärmt:


Verglichen mit Madonnas Uralt-Gewaltvideos und ihrem Gruselkabinett an "Freunden" ist das Video von Cheryl Cole, in dem frauen ebenfalls als willige Lustobjekte präsentiert und deren Daten anscheinend von irgendeiner unheimlichen, weil unsichtbaren Gestalt mittels eines Scanners ausgelesen werden - anscheinenend handelt es sich hier schon um die Prototypen der zukünftigen menschlichen Roboterinnen, die mit Mikrochips versehen sind - schon fast wieder harmlos.

Ich weiß gar nicht warum man nun ausgerechnet bei diesem Video von Lady Gaga, die übrigens von James Cameron, dem Regisseur von "Avatar", produziert wird, bei YouTube angemeldet sein und sein Alter bestätigen muss, um sich das Video angezusehen - halbnackte Frauen, die in einem Gefängnis herumhopsen - schlimm genug, aber Madonnas "Human Nature" finde ich da wirklich weit schlimmer.


Den (wahrscheinlich auch nur vorläufigen) Höhepunkt erreicht Christina Aguilera mit ihrem Album "Bionic" - frau ist nicht mehr nur williges Lustobjekt, sondern nur noch Roboter, nur noch Maschine...


Vor dem Musikvideo, dass bestimmt bald folgen wird, muss einem schon jetzt nur noch grausen...


Nachtrag:

Anscheinend gibt es bereits ein Video für die Single-Auskopplung: "Not myself tonight", wenn es nicht geblockt wurde, dann hier:

Viel "Spaß"...


Sonntag, 23. Mai 2010

Wer war eigentlich John Maynard Keynes? Teil 3

Befassen wir uns nun mit seinem Lebenslauf, nachdem wir uns mit seinen neuen alten Ideen und ihren Auswirkungen befasst haben.

Keynes wurde schon in die elitäre Gemeinschaft hineingeboren. Er war der Sohn eines bekannten Professors und besuchte die Eliteschulen von Eton und Cambridge. Eton ist eine bei der britischen Königsfamilie sehr beliebte Schule und hat 19 Premierminister hervorgebracht, heißt es bei Wikipedia. Danach studierte Keynes in Cambridge, wo er sich sich einem elitären Debattierclub namens Cambridge Apostles anschloss, der 1820 nach dem Vorbild einer Freimaurerloge gegründet worden war. Diese Gesellschaft erlangte in den 70er Jahren Berühmtheit, weil fünf seiner ehemaligen Mitglieder, die als Spione für den KGB gearbeitet hatten, aufflogen.

Diese fünf Mitglieder waren in den 30er Jahre während ihres Studiums an der Universität Cambridge sozusagen zum Kommunistischen Glauben übergetreten. Wer hätte das gedacht, dass sich solch reiche Söhnchen für das Wohl von ArbeitnehmerInnen interessieren würden? Zwei von ihnen waren Mitglieder bei dem besagten Geheimclub "Cambridge Apostles". Das geschah mindestens 20 Jahre, nachdem Keynes dort studiert hatte. Trotzdem sagt es wohl etwas darüber hinaus, was man erstens von Geheimgesellschaften, zweitens im Besonderen von diesem Club, und Drittens vom Kommunismus/Marxismus halten muss.

Aufschlussreich fand ich auch, dass nun ausgerechnet Nathaniel Rothschild erstens in Verdacht stand, ebenfalls für die Soviet-Union spioniert zu haben, und zweitens, dass er schon während seiner Studienzeit als Marxist bekannt war. Dieser Spross einer Bankerfamilie, die sich schon seit Jahrhunderten an Zinsen bereichert und erst durch Betrug an ihr Riesenvermögen gekommen ist, dem soll das Wohl der Arbeiter am Herzen liegen?

Kehren wir nun zurück zu John Maynard Keynes: Die Keynes-Gesellschaft lobt ihn ja in den höchsten Tönen, leider unterschlägt sie aber, dass Keynes auch ein Befürworter der Eugenik war, jener "wissenschaftlichen" Richtung, die davon ausgeht, dass die Wertigkeit eines Menschen durch seine Gene bestimmt wird (am höchsten sind natürlich die Träger jener Gene zu bewerten, deren Gesellschaftsschicht er selbst angehörte)



- diese Pseudowissenschaft wurde im Dritten Reich dann von Hitler gegenüber von Slaven und Juden angewandt. Keynes war ausgerechnet von 1937 - 44 Direktor!! im Galton Institut, das sich damals noch Eugenic Society nannte Irgendwann in dieser Zeit ist Herr Keynes in den Adelsstand erhoben worden.

Noch kurz vor seinem Tod 1946 sagte Keynes, die Eugenic sei der wichtigste Zweig der soziologischen Disziplinen.

Bertrand Russel, der die Welt ebenfalls mit seinen bizarren Ansichten über die zum Regieren Erwählten und jene, die regiert zu werden haben, erfreute, bezeichnete Keynes als den intelligentesten Menschen, den er je traf.

Wer war eigentlich John Maynard Keynes? Teil 2

Nachdem wir uns nun mit Keynes Wirken befasst haben, würden wir sicherlich gerne erfahren, wofür Herrn Keynes der Adelstitel verliehen wurde, denn so neu waren seine Ideen eigentlich gar nicht.

Den Geldverleih gegen Zins scheint es schon seit Jahrtausenden zu geben, denn sonst gäbe es ja nicht schon ebenso lange ein entsprechendes Verbot. Schon im Alten Testament wird darauf hingewiesen, dass es zumindest gegenüber den Angehörigen des von Gott auserwählten Volkes äußerst unschicklich sei, Wucher in Form von Zinsen zu betreiben. Auch im Neuen Testament gibt es einen entsprechenden Hinweis Jesu, dass man sich nicht an der Not anderer zu bereichern habe - (Wir überspringen hier, dass der Vatikan sich trotzdem an Zinsen bereicherte. Wie im Buch "Die Vatikan AG" zu lesen ist, hatte der Vatikan seine Einnahmen gewinnbringend in Aktien angelegt hatte, so dass ihm über Jahrzehnte Erträge in Höhe von ca 40 Millionen Euro pro Jahr sicher waren. Erst als der italienische Staat eine Besteuerung dieser Erträge verlangte, war der Vatikan ja geradezu genötigt, sich mit Mafiosis und Freimaurern einzulassen, um das Geld vor dem Fiskus zu verstecken. )

Auch der Geldverleih von nicht vorhandenem Geld gegen Zinsen ist nicht neu, werden auf die Art doch schon seit Jahrhunderten Kriege finanziert. Bahnbrechend war hier die Gründung der Bank von England durch William Patterson im Jahr 1694, nachdem Oliver Cromwell Karl I. 1648 mit seiner Revolte gestürzt und der Krone das alleinige Recht des sogenannten "Münzregals" entzogen hatte. 1666 wurde der sogenannte "Free Coinage Act" erlassen, der es jedem erlaubte, Münzen prägen zu lassen und in Umlauf zu bringen. Dadurch bekamen private Bankiers die Macht, die Geldmenge zu kontrollieren und so durch Inflation oder Deflation Depressionen zu verursachen. Außerdem musste der König nun, da er das souveräne Recht über die Regulierung der Geldmenge nicht mehr selbst hatte, sich Geld von den Bankiers leihen - gegen Zinsen, versteht sich...Später wurden die Goldmünzen durch Papierbelege ersetzt, da sich meist niemand die Mühe machte, nachzusehen, ob die durch die Belege garantierte Goldmenge überhaupt existierte.

Worin besteht denn nun eigentlich das geradezu Bahnbrechende an John Maynard Keynes Theorien? Ich würde sagen, wahrscheinlich darin, man den Zinswucher nun noch als Wohltat gegenüber den Ausgebeuteten verkaufen konnte. Die USA und der Rest der Welt hatten gerade die große Depression erlebt - die von den großen Privatbanken verursacht worden war, um dem Rest der Welt den Goldstandard aufzuzwingen und so die Kontrolle über die restlichen großen Länder der Welt zu bekommen.

Der Brite John M. Keynes durfte sich nun als der Retter präsentieren, der mit seiner Idee des "Defizit Spending" zumindest anfangs für die Ausweitung der Geldmenge und so für eine Belebung der Wirtschaft sorgte. Nachdem die Amerikaner einmal den Köder geschluckt hatten, gab es kein Entkommen mehr. Zwar weitete sich die Produktion aus, und zunächst einmal stieg auch der Wohlstand, doch auch die Verschuldung wuchs immer mehr an - und zwar überproportional, denn aufgrund des exponentiellen Wachstums der Zinsen, mit dem eine nur linear anwachsende Produktion nicht mithalten kann, stürzte diese Maßnahme die USA und später die ganze Welt in so hohe Schulden, dass diese niemals mehr abbezahlt werden können.

"Um eine ungefähre Vorstellung von der Größe einer mehr als 8 Billionen $ umfassenden Schuldensumme zu bekommen, sollte man sich vergegenwärtigen, dass man mit sieben Billionen Schritten zum Planeten Pluto wandern könnte...Wenn die Regierung jede Sekunde 100$ bezahlte, hätte sie in 317 Jahren nur eine Billion Dollar der Schulden zurückgezahlt. Das betrifft aber nur das Grundkapital. Rechnet man die Zinsen mit einer Rate von nur einem Prozent Zinseszins jährlich hinzu, dann könnten die Schulden auf diese Weise niemals zurückgezahlt werden, da sich die Schulden schneller erhöhen, als sie zurückgezahlt würden." schreibt Ellen Brown in ihrem Buch "Der Dollar-Crash".

Und das sind nur die Schulden der Amerikaner...


Samstag, 22. Mai 2010

Wer war eigentlich John Maynard Keynes? Teil 1

Von vielen wird er ja hochgelobt, wegen seiner Theorie des Antizyklischen Staatshaushaltes: Bei einem Aufschwung soll der Staat "sparen" und Reserven bilden, während eines Abschwungs soll er dann Schulden machen.

Das klang für mich einmal gut, und auch irgendwie menschlich - denn wir wissen ja, wo der Staat in der Regel "spart": an denjenigen, die den Reichtum der Welt zu Tage fördern, verarbeiten, und so für den Rest der Welt nutzbar machen. Bei den anderen braucht man nicht sparen, die haben von selber Geld, und sind auf "Zuwendungen des Staates" nicht angewiesen.

Je mehr ich mich doch mit wirtschaftlichen Zusammenhängen beschäftige, umso weniger verstehe ich, wie das hätte funktionieren sollen.

Geld muss ja immer im Umlauf bleiben, also wie soll der Staat da in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwung "etwas sparen"? Man könnte höchstens in Zeiten des Aufschwungs hohe Steuern erheben, so dafür sorgen, dass eben nicht gespart und die Bildung von Riesenvermögen verhindert wird. Das Geld könnte man dann sinnvoll investieren, indem man Staatsaufträge vergibt und so dafür sorgt, dass mehr "Reichtum" entsteht, etwa in Form von gepflegten Straßen, Bildungseinrichtungen oder ähnlichem.

Und wäre in Zeiten des Abschwungs nicht genau dieselbe Taktik sinnvoll? Der Abschwung kommt dadurch zustande, dass sich in manchen Händen Riesenvermögen bilden, das Geld nicht mehr ausgegeben und auch nicht investiert, sondern gehortet und verspekuliert wird - was wiederum bedeutet, dass das Geld von einem Vermögensinhaber, in die Hände eines anderen gewandert sind, der jetzt sogar noch mehr Geld hat, und prozentual noch weniger ausgibt. Also auch hier: Hohe Steuern für diejenigen, die glauben ihnen stünde ein Riesenvermögen zu.

Bernd Senf vermutete ja, Keynes hätte die Ursache des zyklischen Auf- und Abschwungs zwar richtig erkannt (Geldmangel im System - also Deflation) sich aber wohl nicht an die richtige Lösung getraut, als da wäre, diejenigen, die dem Kreislauf das Geld entziehen, mit einer Abgabe zu belegen, und so dafür zu sorgen, dass das Geld wieder in den Kreislauf kommt.

Keynes Vorschlag lautete: Den Vermögensinhabern einen Zins zu bieten, damit sie der Wirtschaft "ihr" Geld wieder zur Verfügung stellen. Und schon da hätte das Problem der Verschuldung angefangen, selbst wenn es funktioniert hätte.

Denn da ein zusätzlicher Zins aus der kursierenden Geldmenge entnommen werden muss, entsteht auch hier über kurz oder lang wieder die gefürchtete Deflation - falls nicht einer der Wirtschaftsteilnehmer bei einem anderen Vermögensinhaber Geld leiht. Das System würde auch hier zusammengebrochen - denn irgendwann einmal wäre alles Geld ausgeliehen, und trotzdem blieben noch die Forderungen aus den Zinsen. Die Gläubiger können sich nun in den Besitz der Sachwerte derjenigen bringen, denen sie das Geld geliehen hatten, da diese nicht in der Lage sind ihre "Schulden" zurück zu bezahlen. Und wenn sie sie freiwillig nicht hergeben, wird eben zwangsgepfändet.

Und mit einem noch genialeren Vorschlag hat Keynes uns eine Verlängerung des Leidens beschert: Denn der Zinsmechanismus funktionierte aufgrund der "Liquiditätspräferenz" wie er es nannte, nicht, da die Inhaber der Riesenvermögen "ihr" Geld auch gegen Zins nicht ausliehen und lieber horteten, um bei einer guten Gelegenheit damit zu spekulieren. Und jetzt kommt es noch genialer: Das Ausleihen von Geld, dass es gar nicht gibt.

Vor allen Dingen für die Inhaber von Riesenvermögen war das das Non-Plus-Ultra. Die Bereicherung an der Arbeit anderer auf Stereoiden. Die "Verleiher" brauchen ihr Geld seither nicht einmal mehr ausleihen, um Zinsen zu kassieren. Sie kaufen sich einfach ein paar Aktien und dann winkt nur noch Rendite, Rendite, Rendite - Verdoppelung des Vermögens in regelmäßigen Abständen- exponentiell eben. Die Geldvermögen der kleinen Sparer dienen als Mindestreserve, falls doch irgendjemand mal Bargeld braucht - der Aktionär liegt fortan nur noch in der Sonne und wartet ab, bis er immer reicher wird. Sollte etwas schiefgehen, wird der Steuerzahler schon einspringen- denn sonst kriegt er einfach gar kein Geld mehr....Ein bisschen Hetze gegen HartzIVler, gegen Griechen oder Türken, und was es sonst noch so alles an Gruppen gibt, hält die Allgemeinheit davon ab, darüber nachzudenken, wer ihr in Wirklichkeit das Geld aus der Tasche stibitzt.

So braucht der Bankaktionär nur noch abzuwarten und die anderen arbeiten lassen. Denn er weiß ja: Was immer geschaffen, produziert, als Dienstleistung angeboten wird - irgendwann gehört es alles, ALLES ihm...




Freitag, 21. Mai 2010

Flugblatt - Wie entstehen Wirtschaftskrisen

Es ist soweit, mein Flugblatt ist fertig. Es handelt sich um ein mit dem Programm Inkskape erstelltes Dokument, dass als png-Bild abgespeichert wurde. Ich hoffe, man kann es herunterladen und entsprechend auf DINA4 quer vergrößern.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muss der Berg halt zum Propheten. Und Propheten könnten sie ja alle sein, wenn sie wollten und sich wie verantwortungsvolle Staatsbürger verhalten würden.

Aber vielleicht wissen sie es noch nicht, ich hoffe mein Flugblatt bringt wenigstens einigen ein wenig Klarheit. Ich weiß, dass es nicht der Weisheit letzter Schluss ist, aber an mir soll es nicht gelegen haben, wenn alles im Chaos versinkt und nachher keiner weiß warum.
Leider habe ich auch nicht das Geld, um den Zettel flächendeckend zu verteilen (man kämpft sozusagen mit dem Taschenmesser gegen den Drachen), ich hoffe natürlich auf exponentielles Wachstum, darauf, dass diejenigen, die den Zettel im Briefkasten finden, ihn weitergeben, sich eine Kopie machen, wie auch immer.

Falls jemand von euch Lesern sich an die Erstellung eines Flugblattes wagen möchte, dann kann ich euch das kostenlose Programm Inkskape empfehlen.


Viel Spaß!

P.S. Nachtrag: Mist, wenn man es herunterlädt und wieder aufmacht, ist es ist viel zu klein, und wenn man es dann vergrößert, wird es total pixelig.

Also falls jemand eine andere Idee hat, wie ich das Flugblatt allgemein zugänglich machen kann, kann er es mir ja mitteilen.